Von 1959 bis heute: Die Deutsch-Tunesische Gesellschaft e.V.Der Satz vom "Mutterschiff" war in den 50er Jahren in Bonn gängig. Er besagte nichts anderes, als dass der Wirtschaftspolitische Club - nicht zuletzt auch in der Person seines Vorsitzenden (später Präsidenten) Paul Conrad - die Ausgangsstation für viele erfolgreiche Initiativen und Aktivitäten im politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Bereich war, und das oft mit Dauerwirkung. Der Zufall wollte es: An einem wunderbaren Oktoberabend des Jahres 1958 trafen sich einige "afrikanische" Clubmitglieder in Hammamet. Das ganze fand auf einem Terrain eines Hotels mit Gaststätte statt, dessen Eigentümer den kommenden touristischen Auftrieb seines Landes ahnte und deshalb dabei war, einen Hotelteil zu errichten, in welchem sich der europäische Besucher wohl fühlen und gleichzeitig die Originalität der Region erleben konnte. Das Gespräch mit den Freunden betraf sowohl die Gegenwart des Landes wie auch seine aufregende Geschichte seit Hannibal und Augustinus. Die engagierten Gespräche veranlassten Paul Conrad zu der Bemerkung: "Da müssen wir mehr daraus machen." Und dann ergänzte einer der „Afrikaner", dass der Wirtschaftspolitische Club der Initiator für die Gründung der Gesellschaft sein müsse, die sich die Pflege der Beziehungen zwischen Deutschland und dem jungen Staat im Maghreb zur Aufgabe machen könnte. Das war das Stichwort. Jetzt stand auch der Beschluss, eine Deutsch-Tunesische Gesellschaft zu gründen. Am 25. Juni 1959 in Bonn fiel der Startschuss der jetzigen Deutsch-Tunesischen Gesellschaft e.V. (DTG) - heute sind es gut 500 Mitglieder und Förderer, die ihr angehören und ihre Arbeit ermöglichen. Stetiges Wachstum der Mitgliederzahl kennzeichnet die ungebrochene Attraktivität und Aktivität der Gesellschaft, deren Symbol der Deutsche Adler und der tunesische Halbmond mit Abendstern sind.
Große Akzeptanz findet die Informationsarbeit, deren Hauptträger die Deutsch-Tunesische Rundschau ist, die sich ausschließlich mit Tunesien befasst. Aber auch Veranstaltungen wie Studienkonferenzen, Vorträge, Kulturelle Veranstaltungen mit tunesischen Gruppen, Kunstausstellungen usw. finden sehr großen Anklang. Ebenfalls unterstützt wird die Förderung für Tunesier. Insbesondere Studentinnen und Studenten, die auch Germanistik belegt haben, kommen in die Auswahl, hier besteht ein sehr enger Kontakt zum Goethe-Institut und zur Konrad-Adenauer Stiftung in Tunis. Erfreulicherweise gibt es immer wieder Menschen in Deutschland, die sich für eine konkrete Projektarbeit in Tunesien interessieren. Hier hilft die DTG gerne mit Rat und Tat zusammen mit Partnerorganisationen in Tunesien, solche guten Vorhaben auch Wirklichkeit werden zu lassen. Es gäbe noch eine Fülle weiterer Einzelprojekte und Maßnahmen aufzuzählen, die sich der individuellen Unterstützung durch die DTG erfreuen - es würde den Rahmen sprengen. Wichtig ist jedenfalls, dass die DTG ein dichtes Netz von Kontakten und Verbindungen zu vielen Organisationen wie auch offiziellen Stellen in Tunesien hat und pflegt und daher genau weiß, "was Sache ist". Und darauf kommt es gerade bei einem räumlich so fernen Land besonders an. "Bei uns sind Sie in besten Händen", sagt man bei der DTG manchmal etwas salopp zu Interessenten. Wenn man sieht, dass der Deutsch-Tunesischen Gesellschaft nicht nur Tunesien-Enthusiasten angehören, sondern dass auch namhafte Persönlichkeiten aus Deutschland und Tunesien aktiv mitwirken, bringt dieser Spruch den Sachverhalt sicherlich zutreffend auf den Punkt. Und so steht zu erwarten, dass mit demselben Elan wie in den ersten Jahren ihres Bestehens auch die nächsten Jahre der DTG aktiv und effizient mit Leben zugunsten von Land und Leuten sowie der deutsch-tunesischen Zusammenarbeit erfüllt werden. Ideen und Projekte und Ziele gibt es genug - je mehr Unterstützung die DTG hat, umso mehr kann sie bewirken. Jede Mitgliedschaft, jede Förderspende hilft. Dass die DTG seit Anbeginn als gemeinnützig anerkannt ist und somit alle Beiträge und Spenden steuerlich absetzbar sind, versteht sich eigentlich schon fast von selbst. Nach wie vor gültige Aufgabenbereiche waren: |