Aus der Tunesischen Wüste in das Asche-Chaos

Per Schiff und Bus zurück nach Hause

Alles Asche hieß es auch für eine 21-köpfige Reisegruppe aus der Sektion Schleswig-Holstein. Nach dem Vulkanausbruch war die Gruppe in Tunis gestrandet. Mit fünf Tagen Verspätung trafen die Urlauber schließlich in Rendsburg ein. Glücklich, aber erschöpft - statt 2,5 Stunden Flug hatten die Reisenden eine 45 stündige Odysee mit Schiff und Bus hinter sich gebracht.

Das 14-tägige Wüsten- Abenteuer war gerade erst vorüber, da begann das nächste: Die 21-köpfige Reisegruppe saß nach einem Sahara-Trip seit dem Wochenende in Tunis fest. Die Asche-Wolke über Europa ließ alle Rückflug-Hoffnungen der Teilnehmer aus dem Raum Rends­burg platzen. Doch der Gruppe geht es den Umständen entsprechend sehr gut. Das Reiseprogramm sei nun durch den Zwangsaufenthalt deutlich ausgeweitet worden, scherzte Detlef Mai, Leiter der Reisegruppe. Neben dem Saharatrip per Dromedar standen jetzt noch ein Stadtrundgang in Tunis und in Sidi Bou Said, eine Kreuzfahrt und eine Frankreichtour auf dem Programm.

Fotostrecke: Klicken Sie auf die Bilder, um sie größer darzustellen (Javascript notwendig)

Dank der hilfreichen großartigen Unterstützung vieler tunesischer Freunde ist es der Gruppe gelungen, die Rückkehr nach Deutschland selbst zu organisieren. Als die Tunesische Regierung im TV bekannt gab, dass die Fähre "Carthage" außerplanmäßig nach Marseille eingesetzt werde, war die Entscheidung schnell gefallen. Mit Hilfe des ehemaligen tunesischen Konsuls in Hamburg, Hamed Ben Brahim, der seine Amtszeit zur Zeit bereits in Tunis angetreten hatte, dem Konsulat in Hamburg und Dank der ebenso hilfreichen Unterstützung von Mohamed Nahdi von der CTN konnte für die Gruppe problemlos Tickets für die Überfahrt gechartert werden. Die Tunisair stornierte dazu kulant den Rückflug.

Das Schacht-Audorfer Busunternehmen Graf Recke, das die Grup­pe eigentlich am vergangenen Sonnabend (17.04) vom Rendsburger Bahnhof nach Osterrönfeld fahren sollte, reagierte schnell auf die Anfrage und schickte einen Bus nach Frankreich. Für die beiden Busfahrer Uwe Schlesinger und Uwe Schmellenkamp, die von ihrem Chef, dem Busunternehmer Graf von der Recke kurzfristig auf die 2200 Kilometer lange Tour geschickt wurden, war es eine gute Fahrt. "keine Staus auf der Hin- und Rückfahrt, wir sind jeweils gut durchgekommen", sagte Uwe Schlesinger, der sich mit seinem Kollegen alle viereinhalb Stunden auf dem Fahrersitz abwechselte.

Wir sind sehr froh, dass wir einen Weg nach Hause gefunden haben", sagte Mai. Der Informationsfluss am Flughafen war allerdings sehr schlecht. "Immer wieder hieß es, dass der Luftraum zeitweise frei sei. Dann hob aber doch kein Flieger ab", berichtete der Osterrönfelder. Um Klarheit zu ha­ben, habe sich die Gruppe schließlich für die Rückreise per Schiff und Bus ent­schieden. "Das ist billiger und zeiteffizienter, als wenn wir hier jetzt noch mehrere Tage im Hotel auf einen Flug warten", meinte Mai. Rund 350 Euro pro Person kostete die Ak­tion. Dennoch, die Stimmung ist gut. Die Gruppe habe Ruhe bewahrt und das Beste aus der Situation gemacht. Erziehungswissen­schaftler .Andreas Schönefeld aus Niebüll hätte ei­gentlich am vergan­genen Montag an sei­nem Arbeitsplatz im Kindergarten sein müssen. "Aber was soll man machen", sagte der 52-Jährige kurz nach seiner Rückkehr. Sein Ar­beitgeber habe Ver­ständnis für die Si­tuation gehabt. "Morgen geht es wie­der los."

Zurück