Nachwuchspreis für Philosophie des Goethe-Instituts geht an Dr. Sarhan Dhouib

Der vom Goethe-Institut erstmalig ausgeschriebene Nachwuchspreis für Philosophie geht an einen Wissenschaftler aus Kassel. Der gebürtige Tunesier Sarhan Dhouib, der seit 2008 als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität in Kassel arbeitet, erhält die mit 3000 Euro dotierte Auszeichnung.

Der 1974 in Tunesien geborene Philosoph überzeugte die Jury mit seinem Wettbewerbsbeitrag zur Frage der universellen Begründbarkeit der Menschenrechte.

Zur Teilnahme am Wettbewerb waren Post-Docs der philosophischen Wissenschaft aus aller Welt aufgerufen. Sie waren eingeladen, zu einer Fragestellung aus dem Gebiet der Interkulturellen Philosophie Stellung zu nehmen:
"Universalität versus Relativität der Selbst- und Weltauslegungen - Gegensatz, Differenz oder Einheit?". Dabei sollten Positionen auf die Frage formuliert werden, ob und wie die Philosophie zwischen verschiedensten als universell postulierten Werteordnungen und der Relativität unseres wissenschaftlichen Wissens Orte der Annäherung und Vermittlung finden kann.

Bewerbungen aus 14 Ländern vermittelten eine beachtliche Bandbreite vom zeitgenössischen Schaffen interkultureller Philosophie. "Sarhan Dhouib", so die Juroren in ihrer einvernehmlichen Begründung, "hat die Fragestellung Universalismus versus Partikularismus auf eine innovative und zugleich komparative Weise in Angriff genommen. Ihm ist in seinem Beitrag eine Durchdringung von methodischer und thematischer Annäherung an die Fragestellung gelungen. In seiner Analyse macht er auf eine innere Affinität zwischen zentralen Koran-Stellen und verschiedenen europäischen Natur- bzw. Menschenrechtskonzeptionen des 17. Jahrhunderts aufmerksam. Auf diese Weise kann er normative Grundlagen für die natur- und menschenrechtsbasierten Reformen von reformbedürftigen Rechtssystemen in Okzident und Orient zur Sprache bringen."

Das Goethe-Institut möchte mit der Ausschreibung dieses Preises für junge, produktiv und kritisch denkende Philosophinnen und Philosophen die Philosophie entsprechend ihrer wieder gewachsenen Bedeutung in Deutschland
innerhalb der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik als Programmbereich aufwerten. "Gerade die heutigen Veränderungen und Umbrüche in der Welt", so das Goethe-Institut, "verlangen nach Orientierungen, die die Philosophie in einem hohen Maße zu bieten vermag".

Eine jährliche Neuausschreibung des Preises zu wechselnden Themenschwerpunkten ist vorgesehen.

Mehr zum Thema

www.goethe.de/philosophiepreis

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