Auf Einladung der DTG (Deutsch Tunesischen Gesellschaft) und des AKAFÖS (Akademisches Förderungswerk) besuchte eine Delegation aus Djerba, bestehend aus Mitglieder der Gesellschaft zum Schutze der Insel Djerba (ASSIDJE) vom 14. bis 21. Januar 2017 das Ruhr Gebiet. Gleichzeitig galt das Interesse der Delegation – darunter ein Ingenieur, ein Architekt, ein Stadtoberhaupt und ein Vertreter des tunesischen Hotelverbands – der Abwasser- und Klärtechnik.

Bekanntlich soll die Emscher, einstmals der „dreckigste Fluss Europas“, Ende 2020 weitestgehend wieder vom Abwasser befreit sein und dort – wo der Platz es zulässt – naturnah umgestaltet werden. „Unser Generationenprojekt Emscher-Umbau ist weltweit eines der größten seiner Art. Wir freuen uns das immer mehr Besuchergruppen aus dem Ausland Interesse an unserer Arbeit haben und diese auch vor Ort besichtigen“, sagte Dr. Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender der Emscher Genossenschaft. Er stellte der Delegation den Umbau in französischer Sprache vor. Die anschließende Führung war ein Beispiel für die Deutsche Ingenieurkunst und für die Genauigkeit der deutschen Wertarbeit.

Bei Gelsendienste informierten sich die Teilnehmer über das deutsche System der Abfalltrennung. Dabei standen vor allem die Verarbeitung und Kompostierung von Bio-Abfällen im Vordergrund und der Aufbau einer funktionierenden Entsorgungskette", erklärte Tobias Heyne, Sprecher von Gelsendienste. Aufgrund der politischen Situation in Tunesien fehlen in dem Land solche Strukturen und müssen neu aufgebaut werden. Begleitet wurde die Gruppe von dem Geschäftsführer und Vizepräsidenten der Deutsch-Tunesischen Gesellschaft, Ezzedine Zerria.

Auf Einladung der Präsidentin des Landtages NRW, Carina Gödecke, stand eine Landtagsführung und ein Arbeitsessen mit Frau Heike Gebhard, Herr Dietmar Bell, Friedhelm Ortgies, Hans Christian Markert und Hanns-Jörg Rohwedder Mitglieder des Landtages an. Thema des Treffens war „Entwicklungsperspektiven und umweltschonender Tourismus auf der Insel“. Seit den Terroranschlägen in Tunesien, aber auch durch starke Umweltverschmutzung, bleiben auf der Insel die Touristen weg. Beim Arbeitsessen wurden Entwicklungsperspektiven ausgelotet, um die Situation in Djerba wieder nachhaltig zu verbessern. Außerdem wurde das Thema Eintragung der Insel ins UNESCO Weltkultur Erbe besprochen. Es war für die Teilnehmer wichtig zu erfahren, welche Erfahrung hat NRW bei dem Eintrag der Zeche Zollverein in UNESCO gemacht hat. Bei dem Gespräch haben die Vertreter des Landtages ihre Unterstützung versichert und eine nachhaltige Zusammenarbeit versprochen.

Abgeschlossen wurde die Reise mit einem Besuch der Schalke Arena in Gelsenkirchen.

Zurück zu den Beiträgen